Mehr analog als digital

Der eigentliche Anlass für das Projekt liegt schon viele Jahre zurück. Ich diskutierte mit vielen Fotografinnen und Fotografen auf einer Fotoplattform im Internet. Damals hatte gab es eine neue Plattform, die noch keine Millionen User wie heute und alles war neu, das Internet als Kommunikationsforum erlebte seine Geburtsstunde für Fotografen.

Ja, die Kommunikation über Bilder war damals nicht von unzähligen Plattitüden geprägt wie „och ist das schön“ oder „gut gesehen“. Es war auch nicht üblich sich in den Profilen der Fotografen artig zu bedanken, wenn wieder mal belanglose Kommentare gepostet wurden. Gruslig! Und das alles heute auf der Jagd selber seichte Kommentare zu bekommen.

Damals wurden die Bilder in dieser Community diskutiert, manchmal auch sehr hart, aber vor allem inhaltlich besprochen. Ein großer Club im Web wo Fotografie das zentrale Thema war. Fotografen waren in der Vergangenheit ja eigentlich dafür bekannt, einsame schrullige einsame Motivjäger zu sein. Das Internet hatte eine neue Art der Kommunikation ermöglicht, fernab von vergreisten Fotoclubs die Freude an der Fotografie zu erleben. Heute sind mir solche Plattformen suspekt, weil ehrliche Kommentare, die sich auf das Bild oder die Intention des Fotografen beziehen sehr rar sind.

Jedenfalls habe ich in der Zeit mit analogen Doppelbelichtungen mit Fotografen in aller Welt angefangen und mit heute überlegt das einfach wiederzubeleben. Also wer Lust hast, das zu machen, der kann sich gerne bei mir melden. Ich denke die Anzahl der Analogen ist überschaubar und ich werde nicht überrannt;-)

Vor über zehn Jahren habe ich mit dem Fotograf Heine Christiansen aus Dänemark bereits eine analoge Doppelbelichtung durchgeführt. Irgendwie hat sich der Kontakt über die Jahre nie ganz verloren, aber zu weiteren gemeinsamen Projekten hat es doch nicht gereicht. Jedenfalls um das ganze Geschwafel abzukürzen. In 2014 haben wir wieder eine analoge, aber auch eine digitale Doppelbelichtungen als Projekt ins Leben gerufen. Er in Dänemark und ich in Deutschland. Ein wunderbares Projekt, weil es zeigt wie Fotografie Kommunikation ermöglicht, welche spannenden Momente damit einzufangen sind und welche Perspektiven es geben kann. Das Schöne daran ist, bei so einem Projekt kommen einem ganz viele neue Ideen, was man sonst noch fotografisch umsetzen könnte.

Als Film wurde ein Fuji Velvia verwendet, wo das Haltbarkeitsdatum schon ein paar Jahre abgelaufen war. Als Kameras kamen eine F6 und eine F3/T zum Einsatz.

Ja und jetzt geht es erst mal darum das Projekt zu visualisieren, es mit anderen zu teilen und daraus neue Projekte zu entwickeln.  Und wer weiss was für die Zukunft noch geplant ist, vielleicht ein Buch oder eine Fotoreise. Ja! Fotografie gemeinsam erleben ist einfach schön.

Ich habe noch so viele Diafilme und so langsam sind sie gut abgelagert und freuen sich auf ihren Einsatz, obwohl das Haltbarkeitsdatum lange abgelaufen ist. Diesmal hat der Fotograf Georg Bühler den Film durch seine Nikon F4 gezogen. Und erstaunlicherweise ist der Filmtransport exakt mit dem der F6 synchron. Wer Interesse an einem analogen Projekt hat, der kann sich gerne melden. Wir haben jetzt Schätze hier aufgetan, die es ja schon lange nicht mehr zu kaufen gibt. Da wären EPP100, Agfa RSX50 und EPR64 - das sind vielleicht die nächsten Projekte, aber diesmal nur Hochformat;-)

Und wer Lust hat auch andere Bilder von Georg zu sehen, der kann hier stöbern Georg Bühler - Kunst und Naturfotografie